Der Wahnsinn hat Methode.

15 März 2012

Ein spannendes Thema findet das Team des werbe.art.kontor und war am 5. März beim 3. Deutscher Designerkongresses im Zollverein Essen mit dabei.

Vier Vorträge aus Sicht von Philosophie und Design sowie kleine Workshops mit lebendigem Erfahrungs- und Gedankenausstausch der Teilnehmer gaben Impulse und Antworten.

Nach der Eröffnung durch NRWs Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger, philosophierte Hans Poser vom Institut für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte der TU Berlin über das selbstorganisierte Chaos.
Nils Holger Moormann blickt dem Chaos mit Humor entgegen. Sein Tipp: Konsequent bleiben, nicht jedem Trend verfallen und keine Angst vor dem „anders sein“ und „anders machen“ haben. Spaß an der Sache ist immer hilfreich! Wahnsinn: Auch Unfälle können Impulse für Neues geben.
Ruedi Baur
betrachtet den „Wahnsinn im Kontext“. Der Schweizer Designer geht davon aus, dass Design eine gewisse Portion Wahnsinn benötigt, da dieser es ermöglicht, Querzudenken. Bei Kundenbriefings auch mal weiterdenken, genauer hinsehen und so die Gesellschaft gestalten. Design schaut hin und kann verändern.
Zum Abschluss der Impulsvorträge gab Catharina Rüß einen Einblick in die Welt des Modedesigns, dessen wahnsinnig schnelllebigen Markt und zeigt, dass viel Theorie nötig ist, um erfolgreiche Modekonzepte zu gestalten.

Am Nachmittag fanden unterschiedliche Workshops zum Thema statt: Rauchende Köpfe beim Speed-Dating im Work-Café, pragmatische Ansätze, wie sich „Frustrationen” im Designalltag – vielleicht – vermeiden lassen mit Karsten Henze oder „Hilft duschen?“ Kreativitätstechniken mit Gabriele Werner.
Im vierten Workshop stellten die Brüder Thomas und Martin Poschauko ihr Kreativbuch „NEA MACHINA“ vor und gaben Einblicke in ihren persönlichen, kreativen „Wahnsinn“. Wie entwickeln sie ihre Ideen, was gibt ihnen kreative Impulse und wie wichtig sind „freie/persönliche Projekte“ für die Kreativität eines Designers. Das Duo erklärt, warum es so wichtig ist, sich auch einmal vom Computer zu lösen, mit „echten“ Materialien zu experimentieren, um auf neue Ideen zu kommen, sich sozusagen die Scheuklappen abzunehmen. Alles immer wieder aus anderen Perspektiven betrachten und in einen neuen Kontext setzten. Sehr spannend!

Am Ende des Tages war man sich zwar immer noch nicht einig, was für eine Methode nun hinter dem Wahnsinn steht, ging jedoch um einige Erkenntnisse reicher und voller Ideen und kreativer Energie nach Hause.

 

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DIE KRAFT DER FARBE

23 März 2011

Gleich zu Beginn der ersten Gestaltungsentwicklungen für die SENTENZIA Karten habe ich ein umfangreiches Farbkonzept für das gesamte Deck entwickelt. Für Unternehmen werden im Rahmen einer Corporate Design Entwicklung 2 bis 10 Farben bestimmt und definiert. In unserem Fall, der illustrativen Gestaltung mit semantischer Typografie, brauchten wir ein sehr viel umfangreicheres Konzept, um nachhaltige Wirkung bei allen 78 Karten zu erreichen.
Farbkreis in DIE KRAFT DER FARBE

Sieben Millionen Farbvarianten und 200 Farbtöne kann das menschliche Auge unterscheiden. Der Mensch erinnert bis zu 1000 Nuancen. Dabei ordnen wir das Gesehene generell nach warmen und kalten Farben.

Bei SENTENZIA haben wir vier Karten-Gruppen, die uns die Farben in groben Zügen vorgeben. Die Struktur des Tarot besteht aus Stäben, Schwertern, Kelchen und Münzen und die Bedeutung der dazu gehörigen Elemente sind Feuer, Erde Wasser und Luft.

Das Farbkonzept beruht auf einigen Grundsätzen:
Um für die Gestaltung mehr Spielraum zu bekommen, legten wir jeweils acht Farbkombinationen fest. Das größte Augenmerk lag auf der Differenzierung der Kartenserien. Gesucht wurden also 34 Farben, die im Zusammenspiel harmonisch sind, in das Konzept passen und dennoch Unterscheidung geben. Ein Goldfarbton und Schwarz kamen noch hinzu.

Feuer ist heiß und warm. Die Farben des Feuers sind Weiß, Gelb, Orange, Rot bis Violett. Unsere definierten Farben decken dieses Farbspektrum für die Stäbe ab.

Wasser ist kalt. Blau. Türkis. Die Farben für die Kelche.

Luft. Himmelblau. Grau. Gelb. Die Farben für die Schwerter.

Erde. Braun. Grün. Die Münzen.

Sentenzia Farben2 in DIE KRAFT DER FARBE

Schon früh stimmen wir mit druckverbindlichen Iris-Proofs die Farben ab, um die Stärken und Schwächen für den späteren 4farbigen Offset-Druck zu erkennen. Bevor es an die Ausarbeitung der 78 Karten ging, mussten alle Farben verabschiedet sein. Denn die Wirkung eines Designs hängt ganz entscheidend von der Farbwirkung ab. Auf die Darstellung am Monitor oder eines Farbausdruckes konnte und wollte ich mich nicht verlassen.

Es hätte sehr viel Zeit gekostet, Farben erst im Nachhinein zu verändern. Da alle Farben in Bezug zueinander stehen, hätte es passieren können, dass alle Elemente nochmals nachbearbeitet werden müssen. Dies hätte viel Zeit und Geduld gefordert und im schlechtesten Fall, gelingt es nicht die Harmonie wieder herzustellen.

Die Farben sind für den Druck in cmyk ausgewählt. Druckfarben werden aus Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz erzielt. Geringste Abweichungen im Druck können jedoch große Auswirkung auf Helligkeit und Farbbrillanz haben. Gerade helle und dunkle Farben sind besonders anfällig für Farbschwankungen. Doch das hat die Druckerei in Altenburg – DIE traditionelle Spielkarten-Druckerei – sehr gut gelöst.

 

AUSSTELLUNG HOW TO HANG LIFE IN DEN SCHANZENHÖFEN

9 März 2011

Hamburg – Am 24.02.2011 feiern rund 100 Gäste mit uns die Plakatausstellung der Sentenzia Highlights. Die Werkstattgalerie Kappich & Piel ist der ideale Rahmen für die Installation How to Hang Life. 22 ein Meter große Motive hängen von der Deckenkonstruktion frei schwebend im Raum. Brennende Feuertöpfe
und Kronleuchter geben der Ausstellung eine einzigartige Beleuchtung.

„Was wir heute als beeindruckendes Ergebnis betrachten können, ist Ausdruck eines Dialogs mit der Vergangenheit, eines intensiven Dialogs zwischen einer wortgestaltenden und einer formgestaltenden Frau. Und es ist eine Einladung zum Dialog an uns alle. Denn das schreiben die Autorinnen Anja-Dorothee Schacht und Eva-Christiane Wetterer in ihrem erfrischend knappen Booklet: Die Karten sprechen miteinander und sie sprechen mit dem, der sie in den Händen hält!“, sagte Christian Weller, freier Lektor und Kunstkritiker, der die Eröffnungsrede hielt.

Heute, bei der Ausstellung HOW TO HANG LIFE, sind die schönsten Karten als Design- und Kunstobjekt zu betrachten. Jedes Werk zeigt ein Zitat aufwendig typografiert, inspirierend und kunstvoll gesetzt. Die Farbintensität und Größe der Exponate sind beeindruckend. Den passenden Bilderrahmen gibt es von den Inhabern der Werkstatt-Galerie Frieda Kappich und Emma Piel. Ob mit Blattgold verziert oder handgeschliffen, mit Kalk geschlemmt und individuell auf das Bild abgestimmt eingefärbt, das Team findet für jeden Geschmack die perfekte Rahmung.

Die Stimmung ist feierlich. Fremde Menschen diskutierten angeregt über die Werke. Ein Event für jedes Alter – zeigt der bunte Gästekreis: die Jüngste, erst wenige Monate, ein paar Schüler & Studenten, Kunstfreund oder Geschäftsmann und Geschäftsfrau, die Ältesten bereits im Ruhestand.

Erst in den frühen Morgenstunden erlischt das letzte Licht. Ein Abend, der noch lange nachwirkt. Wann es weiter geht, sagen wir rechtzeitig. So viel Begeisterung hatten wir uns gewünscht, aber nicht zu offen gewagt. Die große Nachfrage nach Sentenzia Decks, Postkarten, Postern und Taschen zeigt das Interesse an unserem Projekt.

Hamburgs Kreative inzenieren einen Mythos neu

Facebook-icon-150x150 in AUSSTELLUNG HOW TO HANG LIFE IN DEN SCHANZENHÖFEN www.sentenzia.de

 

SCHRIFT MUSS PASSEN

15 November 2010

Als gelernte Schriftsetzerin und Graphic-Designerin ist es mir immer wieder ein Vergnügen die passende Schrift für den entsprechenden Einsatz auszuwählen.
Ob für einen Unternehmensauftritt, ein Logo oder wie bei SENTENZIA für einzelne Karten bzw. Plakate. Die Schriftwahl beeinflusst das Erscheinungsbild und damit die Wirkung nach Außen maßgeblich.

Bei SENTENZIA gab es eine Menge zu definieren. Die Auswahl der Schriften für die Serien der Stäbe, Schwerter, Kelche und Münzen war der Beginn. Die Stäbe entsprechen dem Element Feuer. Also sollte unsere Schrift „feurig“ sein. Für diesen Zweck war ein Kompromiss bezüglich der Lesbarkeit in Kauf zu nehmen. Es geht vielmehr um eine große Wirkung für einen Satz oder nur ein Wort. Mit großer Begeisterung entschied ich mich nach langer Suche für die Punten Rondom von dem erfolgreichen niederländischen Schriftdesigner Luc(as) de Groot. Die Serifen sehr spitz und schwungvoll gezogen, passen hervorragend
zur Feuerschrift im SENTENZIA Deck. Sehr ausdrucksstark, wild und lebendig.

Die Punten gibt es in drei Schriftvarianten. Während Punten Straight eine recht gut lesbare römisch anmutende Antiqua ist, sind bei Punten Extremo und Punten Rondom aus den Serifen weite und spitze Ecken oder kalligrafische Schwünge entstanden. Man wird an manieristische Kalligrafie des 17. Jahrhunderts erinnert.

Luc(as) de Groot ist 1963 in den Niederlanden geboren und lebt seit 1993 in Berlin. Während seiner Tätigkeit bei MetaDesign überarbeitete er Erik Spiekermann‘s FF Meta, die MetaPlus. Die wohl größte digitale Fontfamilie Thesis stammt ebenfalls aus der Hand von Luc de Groot und ist auf Platz 15 der 100 besten Schriften zu finden.

Heute leitet Luc de Groot das Berliner Schriftgestaltungsbüro FontFabrik, die eigene Foundry LucasFonts und ist Professor für Schriftgestaltung an der Fachhochschule Potsdam. http://www.fontfabrik.com http://www.lucasfonts.com

 

Feuerkarten Blog in SCHRIFT MUSS PASSEN
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SPRACHE WIRD DURCH SCHRIFT ERST SCHÖN*

29 Oktober 2010

Eine meiner Lieblingsschriften aus dem SENTENZIA-Deck ist die Jupiter von dem Schriftentwerfer Patrick Griffin. Insgesamt wurden über 30 verschiedene Schriften im Deck verwendet. Jede wurde speziell auf die Bedeutung der Karte abgestimmt und ausgewählt. Die Jupiter ist klassisch-elegant und wirkt doch sehr modern. Die kalligrafischen Schwungbuchstaben sind die Besonderheit dieser Schrift.

Die in 2007 entwickelte Jupiter hat viele historische Einflüsse des römischen Alphabetes. Vorbild war auch die rustikale NERO von dem deutschen Schriftenentwerfer und Kalligrafen Friedrich Poppl.

Fünf verschiedenen Schnitte – JUPITER und JUPITER Pro, JUPITER Alternates, JUPITER Ligatures sowie JUPITER Small Caps mit Mediävelziffern und Kapitälchen – bieten Typografen vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Patrick Griffin ist ein kanadischer Typedesigner. Er betreibt seit 2004 zusammen mit Rebecca Alaccari in Toronto die Font Foundry http://www.canadatype.com. Neben der Clarendon Text und Informa hat das Team bereits viele interessante und markante Schriften entwickelt.

Jupiter1 in SPRACHE WIRD DURCH SCHRIFT ERST SCHÖN*
* Erik Spiekermann

DIGITALE WELT VON SENTENZIA

18 Oktober 2010

SENTENZIA ist nun auch auf Facebook. Facebook-icon-150x150 in DIGITALE WELT VON SENTENZIA
Und ab heute mit allen Details online auf www.sentenzia.de

Screenshot Sentenzia De in DIGITALE WELT VON SENTENZIA

DESIGNER BLICKEN IN DIE ZUKUNFT

14 Oktober 2010

Im Rahmen der Jahrestagung des größten deutschen Designer Verbands Alliance of German Designers AGD mit über 3.000 Mitgliedern ist das werbe.art.kontor
als Referenten dabei. Das Tagungsthema „Neuer Tag – neues Glück – … von der Kunst, dem Zufall auf die Sprünge zu helfen” ist idealer Ausgangspunkt für den Vortrag am 30. September 2010 in Mühlhausen. Die Referentinnen Anja-Dorothee Schacht AGD und Eva-Christiane Wetterer stellen erstmalig die Entwicklung der SENTENZIA Weisheitskarten vor. Von der Wortfindung bis hin
zur Farb- und Formgestaltung, über die Typografieentwicklung und das Zusammenspiel aller Elemente. Die Resonanz war großartig, die Begeisterung überwältigend. Die Karten überzeugten als Weisheitskarten spätestens als die Tagungsteilnehmer mit einbezogen wurden und eine Tageskarte mit der Frage „Was kann ich ab sofort für meinen persönlichen Erfolg tun” ziehen. Die beiden Vortragenden wurden mit Fragen und Zuspruch zu der Arbeit während der drei Veranstaltungstage überhäuft. Ein toller Start für SENTENZIA vor diesem Designer-Publikum.

Insgesamt neun Vorträge wurden unter anderem von Monika Heineck, Leipziger Typotage 2011, Malte Christensen über digitale Zufälle, Stefan Waidmann von Waidmann Post gehalten. Spannende Vorträge, Netzwerken und durchaus kritische Verbandsfragen standen im Mittelpunkt der Jahrestagung 2010.
Der VIDA Paper Design Award wird verliehen und die Preisträger ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr hat Prof. Kurt Weidemann, Ehrenmitglied der AGD, der Tagung einen Besuch abgestattet und zu mehr Glanz verholfen. Am Ende gibt
es einen Ausblick auf viel Neues in 2011. Das nächste Jahr wird für den Verband und seine Mitglieder auf jeden Fall spannend starten.
© Bilder von Ulrich Obers

Blog Agdvortrag1 in DESIGNER BLICKEN IN DIE ZUKUNFT

 

SENTENZIA – FEUERHERZ & FLÜGELSCHWERT

19 April 2010

Boxundkarten 480px in SENTENZIA – FEUERHERZ & FLÜGELSCHWERT

 

SENTENZIA – Feuerherz & Flügelschwert: Worte wirken. Vor allem, wenn sie so kunstvoll eingesetzt und begeisternd gestaltet sind, wie in diesem innovativen und kreativen Kartendeck. Eva-Christiane Wetterer und Anja-Dorothee Schacht kombinieren weise Worte mit Design, ein Novum in der Kartenwelt. Semantische Typografie, klar definierte Farbwelten und Ornamentik verleihen den SENTENZIA-Karten einen völlig eigenständigen Charakter. Die so entstandenen Wortbilder enthalten 78 Essenzen dessen, was Tarot-Karten traditionell aufzeigen.
78 Leitgedanken für jeden Tag. 78 Losungen, die Wege weisen. Inspiration für jeden, der es in die Hand nimmt. Das Deck erscheint beim Königsfurt-Urania Verlag und kann schon jetzt bei amazon & Co. vorbestellt werden.